Menschen gestalten. KI verbindet. Software setzt um.
Die Zukunft des Mittelstands entsteht aus dem Wissen und Können seiner Menschen – nicht aus immer engeren Softwarevorgaben.
Mit Chancen Management und dienlicher KI machen wir aus gelebter Erfahrung anpassungsfähige Arbeitsprozesse, neue Gestaltungsspielräume und unternehmerische Chancen.
So wird Digitalisierung wieder zum Werkzeug des Unternehmens – statt das Unternehmen zum Werkzeug seiner Digitalisierung.
Wer nur Abläufe automatisiert, automatisiert auch ihre Grenzen.
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Warum ich an eine neue Kultur der Digitalisierung im Mittelstand glaube
Ein Standpunkt von Dr. Sabine Frisch – Chancen Managerin und Expertin für dienliche KI
Wir haben gelernt, der Software zu folgen. …
Über viele Jahre war die Digitalisierung in Unternehmen vor allem eine Frage der Standardisierung und Effizienz.
Software definierte Abläufe, Eingabemasken, Datenwege und zulässige Handlungsschritte. Menschen lernten, ihre Arbeit daran anzupassen. Prozesse wurden messbarer, schneller und häufig auch verlässlicher.
Das war ein wichtiger Fortschritt.
Aber diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Wenn die Software vorgibt, wie gearbeitet werden muss, bleibt für das Erfahrungswissen der Menschen, für besondere Kundenanforderungen und für neue Ideen oft zu wenig Raum.
Was nicht in den vorgesehenen Workflow passt, wird zur Ausnahme. Was sich nicht standardisieren lässt, gilt schnell als Störung.
Risiko der Digitalisierung – Mittelmaß und Margenverlust
Aber, wer dauerhaft nur die gleichen Abläufe schneller und kostengünstiger abwickelt wie seine Wettbewerber, gewinnt zwar möglicherweise Effizienz – aber noch kein dauerhaft unterscheidbares Leistungsangebot.
Gute Margen entstehen nicht allein dadurch, dass Unternehmen ihre Leistungen effizienter erbringen. Sie entstehen auch dadurch, dass Kunden einen besonderen Wert erkennen und bereit sind, dafür angemessen zu bezahlen.
Wenn alle Wettbewerber ähnliche Werkzeuge nutzen, um ähnliche Leistungen immer effizienter anzubieten, droht der Wettbewerb zunehmend über den Preis geführt zu werden.
Dienliche KI unterstützt die Positionierung im Zielmarkt
Dienliche KI ermöglicht einen anderen Weg: Aus unternehmenseigenem Wissen, menschlicher Erfahrung und intelligent gestalteten Prozessen können Leistungen entstehen, die für Kunden einen erkennbaren Unterschied machen.
Nicht nur günstiger produzieren, sondern wertvoller für den Kunden werden – darin liegt eine entscheidende Chance für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Mittelstands. Und dienliche KI liefert hier dringend benötigte und im Unternehmen nicht oder nur knapp verfügbare Ressourcen, z. B. für den zielführenden Einsatz von Markt-, Kunden-, Prozess- und Produktwissen.
Der Mittelstand besitzt etwas, das keine Software mitbringt
In mittelständischen Unternehmen steckt außergewöhnlich viel unternehmenseigenes Wissen.
Mitarbeitende kennen Kunden und ihre Eigenheiten. Sie wissen, warum eine bestimmte Lösung funktioniert, welche Abkürzung gefährlich ist und wann eine Ausnahme besser ist als die Regel.
Führungskräfte verfügen über „Bauchgefühl“, ein langjährig entwickeltes, oft nur schwer erklärbares Wissen über ihre Märkte. Sie erkennen Zusammenhänge, die in keiner einzelnen Datenbank vollständig abgebildet sind.
Dieses Wissen ist über Jahre gewachsen. Es ist ein wesentlicher Teil der unternehmerischen Identität und Wettbewerbsfähigkeit.
Doch häufig bleibt es an einzelne Personen gebunden. Es wird mündlich weitergegeben, ist schwer auffindbar oder geht bei personellen Veränderungen verloren.
Hier sehe ich als Chancen Managerin für den Mittelstand eine der größten Chancen dienlicher KI:
Unternehmenswissen kann durch Kommunikation erschlossen, gemeinsam weiterentwickelt und für neue Aufgaben nutzbar gemacht werden.
Nicht die Menschen werden auf die Logik der Software reduziert. Vielmehr helfen neue KI-gestützte Arbeitsweisen dabei, aus menschlichem Wissen geeignete Prozesse und digitale Lösungen zu entwickeln.
Menschen gestalten. Dienliche KI vermittelt. Software führt zuverlässig aus.
Ich sehe darin eine neue Arbeitsteilung.
Die Menschen im Unternehmen, Führungskräfte und interne Experten in den Unternehmen entscheiden, was dem Unternehmen, seinen Kunden und seiner Zukunft dient. Sie bringen ihre Erfahrung, Fachkompetenz, Ziele, Urteilskraft und Verantwortung ein und geben der dienlichen KI die Ziele und die Rahmenbedingungen vor.
Und das auf Wunsch auch direkt, auf Zuruf, mit kurzen Wegen, was ein wichtiges Merkmal der Kommunikation im Mittelstand ausmacht und die hohe Reaktionsgeschwindigkeit von kleineren Unternehmen erst ermöglicht.
Dienliche KI unterstützt die Kommunikation über dieses Wissen; nach innen – im Sinne des gemeinsamen Organisations-Lernens- und nach außen – im Sinne einer zielführenden Marktkommunikation des Unternehmens mit seinen Kunden und anderen Marktpartnern.
Dienliche KI macht Wissen in ansprechender Form verfügbar. Sie hilft beim Strukturieren, Vergleichen, Entwerfen, Lernen und beim Umgang mit unterschiedlichen Anforderungen. Sie kann aus nachvollziehbar beschriebenen Arbeitssituationen Vorschläge für anpassungsfähige Abläufe entwickeln und – als Dolmetscher zwischen Mensch und Maschine die benötigten Informationen für digitale Anwendungen vorbereiten.
Bewährte Software bleibt unverzichtbar, wenn Abläufe stabil, nachvollziehbar, sicher und verbindlich ausgeführt werden müssen. Dort, wo Anforderungen klar sind, kann und soll sinnvoll automatisiert werden.
Diese drei Welten stehen nicht im Wettbewerb. Ihr intelligentes Zusammenspiel ist die eigentliche Chance.
Ein Beispiel: Eine ungewöhnliche Kundenanforderung passt nicht in den Standardprozess. Bisher beginnt damit häufig eine umständliche Abstimmung zwischen Fachbereich, Verwaltung und IT.
In einer gut gestalteten Zusammenarbeit mit dienlicher KI können die beteiligten Menschen die Besonderheiten gemeinsam klären. Die KI unterstützt dabei, Erfahrungswissen und Anforderungen zu strukturieren, Handlungsalternativen zu entwickeln und notwendige Prozess- oder Datenanpassungen vorzubereiten. Freigegebene Ergebnisse können anschließend über geeignete Schnittstellen in bestehende Systeme übernommen werden.
So bleibt der Prozess anpassungsfähig, ohne auf verlässliche Standards zu verzichten.
Der eigentliche Wandel ist eine neue Wissens- und Kommunikationskultur
Für mich reicht die Bedeutung dienlicher KI weit über die Entlastung einzelner Arbeitsplätze hinaus.
Horizontal, entlang der Wertschöpfung und der unterstützenden Prozesse, kann sie helfen, Wissen zugänglich zu machen, Schnittstellen zu verbessern und Abläufe situationsgerecht weiterzuentwickeln.
Vertikal, zwischen Unternehmensführung, Führungskräften und Mitarbeitenden, kann sie die strategische Arbeit mit Wissen unterstützen.
Welches Wissen brauchen wir morgen? Was müssen wir neu lernen? Welche bisherigen Annahmen sind überholt? Welche Fähigkeiten machen unser Unternehmen künftig unverwechselbar?
Damit wird Wissensmanagement zu einer aktiven Führungsaufgabe. Vision und Mission erhalten eine belastbare Verbindung zum gelebten Arbeitsalltag.
KI ermöglicht diese Entwicklung nicht von allein. Dafür braucht es klare Wissensziele, überprüfte Informationen, vertrauensvolle Zusammenarbeit, geeignete technische Strukturen und verantwortliche Entscheidungen.
Aber sie eröffnet neue Möglichkeiten, all das miteinander zu verbinden.
Die 70-20-10-Regel zeigt, wo der wesentliche Hebel liegt.
Die Boston Consulting Group beschreibt für die KI-Transformation eine bemerkenswerte Orientierung: etwa 10 Prozent der Anstrengungen für Algorithmen, 20 Prozent für Technologie und Daten und 70 Prozent für Menschen und Prozesse.
Das ist keine mathematische Erfolgsgarantie. Es ist ein Hinweis darauf, worauf Unternehmen bei ihrer Transformation besonders achten sollten.
Nicht die Leistungsfähigkeit des nächsten KI-Modells allein entscheidet über den Nutzen. Entscheidend ist, was Menschen mit dieser Technologie aus ihrem Wissen, ihrer Zusammenarbeit und ihrer unternehmerischen Gestaltungsfähigkeit machen.
Gerade für den Mittelstand ist das eine gute Nachricht.
Seine Stärke liegt nicht unbedingt in den größten IT-Budgets. Sie liegt oft in seiner Nähe zu Kunden, seiner Erfahrung, seinen kurzen Entscheidungswegen und seiner Fähigkeit, besondere Lösungen zu entwickeln.
Zurück zur unternehmerischen Freiheit.
Ich bin überzeugt: Die Zukunft des Mittelstands sollte nicht darin bestehen, sich mit immer neuen Effizienzprogrammen in denselben standardisierten Abläufen gegenseitig zu unterbieten.
Die Erfahrung von mir und meinen Klienten zeigt, unternehmerische Freiheit und aktive Zukunftsfähigkeit gehen in den Zeiten der dienlichen KI Hand in Hand. Unternehmerische Freiheit braucht immer den Mut zur Entscheidung. Eine gute Entscheidung in schwierigen Märkten kann darin bestehen, das eigene Wissen und die eigenen Kompetenzen wieder zum Ausgangspunkt der Digitalisierung zu machen.
Chancen Management schafft dafür Orientierung und einen verlässlichen Gestaltungsrahmen. Dienliche KI unterstützt den Weg von der menschlichen Erfahrung über gemeinsames Lernen und anpassungsfähige Prozesse bis zur passenden digitalen Umsetzung.
So entsteht Raum für das, was Unternehmen langfristig erfolgreich macht: besondere Leistungen, Innovation, gute Zusammenarbeit, widerstandsfähige Prozesse und wirtschaftlichen Erfolg.
Mein Verständnis von aktiver Zukunftsfähigkeit lautet deshalb: Nicht immer nur effizienter werden. Sondern wieder mehr Zukunft selbst gestalten können.
Sie möchten herausfinden, wo in Ihrem Unternehmen solche Gestaltungsspielräume liegen?
Dann beginnt unsere Zusammenarbeit nicht mit der Auswahl einer Software. Sondern mit einem Gespräch über Ihre Ziele, Ihre Menschen, Ihre Prozesse und die Chancen, die darin stecken.