Was und wie am besten?“ Die drei wichtigsten Fragen zur Revision der 9001:2015 / TS 16949

resi lenz and i 4Mit den Fragen, "wo stehen Sie aktuell bei der Umsetzung der Revision der 9001:2015 / TS und was sind die Fragen, die Entscheider im Mittelstand in diesem Zusammenhang zur Zeit am meisten umtreiben?" sind wir über die Ausstellungsfläche der Kooperationsbörse Zulieferer Erzgebirge am 12.10. 2016 in Zschopau gegangen.

Die Mehrheit der Entscheider geht die Umstellung bereits an. Im Allgemeinen aber ohne den besonderen strategischen Nutzen mitzunehmen, den die neue „High Level-Struktur der Norm“ für Führungsverantwortliche, den QMB und die interessierten Parteien mit sich bringt.

Großes Interesse fanden dabei in den Diskussionen an den Ständen vor allem drei wichtige WAS-Fragen zur Revision: 
„Was an den neuen Anforderungen bringt wirklichen Nutzen für MEIN Unternehmen?

Was sind die neuen Anforderungen an die Führung?“ –

Und meistens von mir mit eingebracht aber dann intensiv und nutzenbringend diskutiert, „Was haben alle diese Fragen mit dem Thema „Wissens-Ziele“ und neuen Lösungsansätzen für bestehende Probleme zu tun?“

Wichtiges Ergebnis hier aus meiner Sicht: Die 9001:2015 ist, anders als die bisherigen Versionen der 9001, eine Managementnorm mit großem strategischen Nutzenpotential für den Mittelstand. Geschäftsführer und Inhaber sollten hier genau hinsehen, welchen Nutzen, Gewinn und welche Synergien für die Unternehmensentwicklung hier mit drin stecken. Ein einfaches Umsetzen des Nötigsten für ein Zertifikat greift dieses Mal viel zu kurz, verschenkt wichtige Impulse für mehr Zukunftsfähigkeit, bessere Chancennutzung und die Lösung von scheinbar führungsresistenten Problemen im zugänglichen Kontext.

Einige öfter gestellte Umsetzungsfragen zum Wie von – aus meiner Sicht allgemeinem Interesse - seien hier ebenfalls erwähnt, wie z.B.:

Wie kann die neue Rolle des Qualitätsmanagement-Beauftragten zum Besten des Unternehmens ausgefüllt werden? Welche Rolle spielt dabei die jetzt mögliche Dezentralisierung der QM-Verantwortung? Was bedeutet das für das Rollenbündel des QMB und die erforderliche Weiterqualifizierung in Managementthemen?

Wie kann ich den Input, den ich hier zu den interessierten Parteien (4.Kapitel) und zu meiner Unternehmensstrategie (5. Kapitel) erzeugen und dokumentieren muss, für das Unternehmen und seine externe und internen Kunden wertschöpfend nutzbar machen?

Wie gehe ich pragmatisch mit dem Thema „professioneller Umgang mit Wissen und Kompetenz (Kapitel 7) um und wo liegen hier für mein Unternehmen die stärksten Synergien?

Und noch eine besonders spannende Frage, so finde, ich war: 
„Wo siedle ich die strategischen Themen am besten an, wenn ich mehrere Firmen in einer Gruppe habe, die jeweils einzeln und zu unterschiedlichen Zeiten die Rezertifizierung anstreben oder wenn ich zeitlich versetzt die 9001 und eine oder mehrere weitere Nomen wie die TS, die 14001 oder die 50001 mit im Programm führe?“

Wenn Sie gerade solche und ähnliche Fragen ebenfalls im Kontext der 9001:2015 Revision umtreiben, würde ich mich freuen, Sie in einem meiner Workshops „Unternehmerwerkstätten“ zu diesem Thema in Chemnitz, Dresden oder Leipzig begrüßen zu dürfen.   LINK zu Terminen

Best Practices 1

Kundenbindung in schwierigen Märkten durch Multiprojekt Management?

161012 kooperationsbörse rechtslDie zweite großes Frage war, wie stelle ich mein Unternehmen in Zeiten großer Veränderung für mich und meine Kunden zukunftssicher auf? Ich habe die Entscheider an den Ständen gefragt: Welche Veränderungstrends sehen Sie im Umfeld kommen, was erwarten Sie an Problemen für Ihr Unternehmen und für Ihre Kunden und was sind aus Ihrer Sicht Best Practices“ für Resilienz im Mittelstand? Was bringt IHREM Unternehmen mehr aktive Zukunftsfähigkeit?

Die vier prominentesten Themen - nach der praxisnahen und nutzenbringenden Revision der 9001:2015 - (s. Blogbeitrag 1 zur Kooperationsbörse vom 12.10. 2016 in Zschopau) waren die Verschlechterung der Bedingungen für das Geschäft mit dem russischen Markt aufgrund der schwierigen politischen Rahmenbedingungen, die Ankündigung eines EU-weiten 2030er-Verbots von Verbrennern mit den resultierenden Anforderungen an Produkte und wissensintensive Dienstleistungen aus Elektromobilität bzw. Wasserstoff-Wirtschaft, der schwierig zu deckende Bedarf an Fachkräften und die Herausforderungen und neuen Chancen durch Industrie 4.0.

Sehr interessante Lösungsansätze waren hier z.B. ein Multiprojekt-Management-Ansatz mit einem klug gekoppelten Projektkalkulations-Ansatz. Dieser schafft die Handlungsfreiheit, einem vom schwierigen Marktklima in Russland betroffenen Kunden durch Verlängerung der vereinbarten Projektlaufzeiten mit Vorfertigung der dadurch später im Abruf befindlichen Produkte unterstützend entgegenzukommen; dies Cash-Flow-stabilisiert durch „Querfinanzierung“ der resultierenden Lagerkosten aus verzögerten Projekten mit Erlösen aus auskömmlichen und gesicherten Projekten.

Für Unternehmen mit Projektaktivitäten in heterogenen Märkten ist ein kluger Ansatz in schwierigen oder turbulenten Zeiten sicherlich, die stabilen Marktsegmente gezielt zur Kundenbindung von Kunden in schwierigerem Umfeld zu nutzen. Z.B,. indem man durch Multiprojekt Management Freiräume in den Budgets schafft, die man strategisch für höhere Kundenflexibilität in schwierigen Marktsegmenten einsetzen kann.

Dafür ist es zunächst allerdings erforderlich, diese Zielsetzung im Unternehmen klar und funktionsübergreifend zu kommunizieren und entsprechende Priorisierungskriterien bei der Auswahl der „richtigen“ Projekte von Anfang an mit zu berücksichtigen.