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HALLO WACH! UNACHTSAMKEIT OPTIMAL NUTZEN Kluges Chancen Management mit A.K.A.Z.I.E Teil I

Wer regelmäßig im Rückspiegel prüft, wer gerade mit am Stand steht und worin der Hintermann liest, der wird den Kunden am Taxistand wohl kaum winken sehen.

Und wer sich auf der Anfahrt mehr auf den Staumelder konzentriert als auf die Umgebung, der wird weder die Abkürzung noch den Kunden für ein nettes kleines Zwischenziel bemerken.

Beiden Situationen ist gemeinsam, das gibt es Chancen, die nicht gesehen werden können, weil die Achtsamkeit wo anders ist.

Aber, ist das generell schlecht? Bedingt, würde ich sagen. So einfach, wie man manchmal liest „auf Chancen muss immer geachtet werden“ sollte man sich das erfahrungsgemäß nicht machen.

Denn da gibt es ja durchaus lobenswerte Unachtsamkeit, wenn z.B. der Busfahrer ganz automatisch im Rückspiegel nachsieht, bevor er links rauszieht und er deshalb den dunkelgrauen Smart nachts nicht übersieht. Also prozessbasierte Risikoabwehr, in der Fahrschule viele Mal eingeübt.

Oder, wer den Staumelder nutzt, um seinen Kunden rechtzeitig mit einer Schätzung zu informieren, wieviel später er zu seinem Termin kommen wird? Dessen gesamte Achtsamkeit im Zielfokus – zufriedener Kunde- versammelt ist.

Kluges Chancenmanagement erlaubt sicher keine simple schwarz-weiß-Malerei und funktioniert nicht nach einem einfachen Prinzip von Achtsamkeit als immer und überall heilsamem und verpflichtend erforderlichem Softfaktor. Verkürzt im 4-Wort-Sprech“: „Achtsamkeit gut Unachtsamkeit schlecht“.

Die persönliche Alltagserfahrung zeigt oft genug, die bewusst gewählte Unachtsamkeit ist manchmal die eine, die bessere Chance. Z.B. die Unachtsamkeit gegenüber unangenehmen Eigenschaften eines ansonsten potenten Kunden oder Mitarbeiters; das bewusste Weghören oder Wegschauen eines Vorgesetzten, wenn er im Rahmen eines Konflikts instrumentalisiert werden soll u.a.m..

Schon hier, bei der ersten Entscheidung zwischen Achtsamkeit und Unachtsamkeit für eine gegebene Situation deutet sich an: gutes Chancen Management ist immer komplex in der Entscheidungsstruktur. Aber, die gute Nachricht ist, es lässt sich ohne unzulässige Vereinfachung in einfachere Schritte herunterbrechen.

Ein tauglicher Schlüssel zu werthaltigem Chancen Management, Chance 2.0, lautet A.K.A.Z.I.E.

Das erste A für Achtsamkeit / Unachtsamkeit haben Sie schon kennengelernt.

Das K steht für Kompetenz. Auch das ist – jedes für sich gesehen eigentlich nicht neu: Gute Entscheidungen setzen immer Kompetenz voraus und Expertise kann man als Stab oder im Sinne eines internen Leistungszentrums zusammenführen, ggfs.- sogar als internes Proficenter organisieren. Aber, die Zentralisierung von Entscheidungsprozessen führt verglichen mit dezentral geführten Prozessen immer zu verzögerten Entscheidungen. Man kennt das Dilemma aus nicht so gut laufendem betrieblichem Vorschlagswesen.

Wollen Sie also in Ihrem Unternehmen ein systematisches, kluges Chancen Management etablieren, um die aktive Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens voranzubringen, so scheidet der Weg der zentralen Entscheidungsinstanz für Chancen meist aus.

In den heutigen komplexen und dynamischen Umfeldern ist es ist schlicht unwahrscheinlich, dass eine einzelne Person oder ein Team alle relevanten Schnittstellen im internen und externen Kontext, an denen Chancen sichtbar werden, im Auge behalten, geschweige denn kompetent und zügig über die Realisierung entscheiden kann.

Das mag zu Zeiten Henry Fords oder auch der ersten Festnetztelefone der deutschen Bundespost anders gewesen sein. Bei einer einzigen Produktausprägung - schwarz – oder vier Produktausprägungen grau, gelb, grün, orange im Gesamtmarkt war es vermutlich möglich, Chancen zentral zu identifizieren und über Achtsamkeit oder Unachtsamkeit zu entscheiden.

Wenn Sie heute eine Person zentral in den Chancenausguck setzen möchten, dann müssen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem nachgelagerten Schritt ein multidisziplinäres Entscheidungsteam zusammenrufen, um eine ressourcengestützte, kompetente Entscheidung herbeizuführen.

Natürlich ist eine zentrale Entscheidung zur Verfolgung oder Nichtverfolgung von Chancen, z. B. in einem Gutachter-oder Lenkungsausschuss theoretisch denkbar, aber im realen Fall warten viele, interessante aber oft leichtflüchtige Chancen nicht bis nach dem nächsten Jour Fix oder auf den Mittwoch nach der monatlichen Leitungssitzung.

Wollen Sie eine Entscheidung fällen – oder noch wichtiger – wollen Sie potentielle Entscheidungsbereiche für bestimmte Personen freigeben, sind Sie gut beraten, zunächst zu klären, welche Kompetenzen Sie als Wissensressource an welcher Stelle in Ihrer Organisation brauchen. Damit können Chancen aus einem definierten Fokus faktenbasiert beurteilt und in den Entscheidungsprozess verbracht werden. Hier haben Sie eine wichtige Schnittstelle des Chancen-Managements zum Wissens-Management Ihres Unternehmens.

Und der Entscheidungsprozess in Ihrem Unternehmen muss dann dafür geeignet sein, dezentral und auf Abruf die erforderliche Entscheidungskompetenz bereitzustellen. Damit über den flüchtigen Anteil von Chancen möglichst zeitnah entschieden werden kann.

Haben Sie Ihren Chancen Management Prozess soweit entwickelt, dann sind Sie einer aktiven Zukunftsgestaltung auf „Gleisen“, also möglichst reibungsarm und ressourcen-schonend schon ein gute Stück näher gekommen. Dann haben Sie die Identifikation und Ein- bzw. Ausschleusung von Chancen in den betrieblichen Entscheidungsprozess integriert.

Dann geht es im zweiten Schritt in die Umsetzungsphase und in die Einbindung des Chancen-Management-Prozesses in Ihr Wissensmanagement-System und die Beziehung zu den Prozessschritten Wissensziele, -Erwerb, -Entwicklung und Wissenstransfer.

Die beiden zentralen Begriffe hier sind Agilität und Zielklarheit, sozusagen Anfang und Ende A und Z des Chancen Managements.

Warum das so ist, was das genau für Sie und Ihr Unternehmen praktisch bedeuten kann und welchen Nutzen Sie daraus erwarten können, finden Sie im 2. Teil dieses Artikel.

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